Probieren geht über Studieren?

Namensschild von Sabine Burmeister

Probieren und dennoch studieren - dualer Master bei der Telekom

Neues Handy? Neuer PC? Neuer Fernseher?… Lest ihr zuerst die Gebrauchsanweisung oder drückt ihr alle Knöpfe auf einmal und schaut, was passiert? Ich (absolut Typ 2) freu mich immer noch über neu entdeckte Funktionen bei meinem Auto. Erst letztens entdeckt: Wenn ich lang genug auf meinen Autoschlüssel drücke, schließen die Fenster automatisch! Fantastisch ;-) . Die Gebrauchsanleitung lesen ist doch langweilig!

Ihr seht: Ich bin ein Macher. Doch geht Probieren wirklich immer über Studieren?

Nun, etwas Theorie schadet nie. Daher zog es mich 2008 auch an die Technische Universität Ilmenau zum Bachelorstudiengang der Medienwirtschaft. In den drei Jahren habe ich viele neue Techniken kennengelernt, Modelle diskutiert und mich durch die ein oder andere Kostenrechnung gekämpft. Nach Abschluss kam dann wiederum die große Frage: weiterhin (nur) Theorie oder ab in die Praxis – auf in die Berufswelt?

Vielleicht ging es euch ja ähnlich?
Ich wollte endlich anpacken, Dinge ausprobieren und vorantreiben.  Allerdings hatte ich schon Berührungsängste mit der großen Wirtschaftswelt dort draußen. Hatte ich im Bachelorstudium wirklich schon genug gelernt? Mir machte das Studium wirklich Spaß, jedoch war es mir doch etwas zu Theorie-lastig. Mein Fachpraktikum bei der Telekom sollte mir die Entscheidung abnehmen: Wenn mir das Arbeiten Spaß machen würde, würde ich einen Direkteinstieg wagen. Falls ich mich noch nicht bereit dazu fühlte, würde ich zur Uni zurückkehren und dort mein Masterstudium aufnehmen.

Nach meinen Praktikum war es klar: Hoch vom Sofa! Auf ins Berufsleben! Jedoch ergab sich für mich eine ganz andere Möglichkeit: ein duales Masterstudium. Die Telekom bietet hier verschiedene Möglichkeiten an. Für die Techniker wird an der Hochschule für Telekommunikation in Leipzig (HfTL) die Studiengänge Informations- und Kommunikationstechnik und Wirtschaftsinformatik angeboten. Die Wirtschaftswissenschaftler können an der School of International Business and Entrepreneurship (SIBE) den Master in International Management oder General Management machen. Ich entschied mich für letzteres. Seit November 2011 bin ich nun duale Masterstudentin in General Management und arbeite währenddessen im Recruiting und Talent Service der Telekom.

Wie läuft ein duales Masterstudium genau ab?
Ansich sind die Studienprogramme sehr ähnlich aufgebaut. Das Studienprogramm dauert zwei Jahre, wird vergütet sowie Studiengebühren und Reisekosten vom Unternehmen übernommen. Jeder Studierende erhält ein Projekt beim Arbeitgeber. In meinem Fall ist das die Optimierung der deutschen Karriereseiten der Telekom. Neben operativen Tagesgeschäft arbeitet man die zwei Jahre hauptsächlich an diesem einem Projekt. Die Methoden und Vorgehensweisen dazu lernt man im Rahmen der jeweiligen SIBE-Seminare. Im Anschluss dazu wird die Theorie in die Praxis übertragen und der Studierende erstellt verschiedene Transferarbeiten – immer anhand seines Projektes im Unternehmen.

Die Seminare sind über die zwei Jahre quer verteilt. In der Regel findet pro Monat ca. ein viertägiger Blockunterricht statt. Je nach Studiengang sind die Veranstaltungen in Stuttgart, Herrenberg, Berlin oder auch Brüssel. Das heißt aber nicht, dass man an diesen Standorten auch arbeiten muss. Die Kommilitonen aus meinem Kurs zum Beispiel sind mit ihren Unternehmen über ganz Deutschland verteilt. Und es geht über die Grenzen hinaus. Im Rahmen einer dreiwöchigen Auslandsstudie in Brasilien haben wir die Möglichkeit auch unsere südamerikanischen Unternehmenskollegen kennenzulernen – wie zum Beispiel Guilherme Barreiro von T-Systems Brasil. An der brasilianischen Partner-Hochschule verteidigen die Studierende zudem ihren Globalisierungsplan und erhalten den  brasilianischen »MBA«-Titel.

Doch während des dualen Studiums geht es nicht nur um Fakten, Theorien und Modelle. Die persönliche Weiterentwicklung steht sowohl von Hochschul- als auch Unternehmensseite im Vordergrund. Bei der Telekom habe ich eine sogenannte Business-Mentorin, die mich während meiner Projektphase begleitet und mich bei allen Fragen rund um meine Entwicklung und den Arbeitgeber Telekom unterstützt. Neben Selbstreflexion gibt mir das regelmäßiges Feedback von meinen Kollegen und Kommilitonen die Möglichkeit, meine Kompetenzen zu bestimmen und weiter auszubauen. Eine große Chance, die man nicht oft erhält und auch nutzen sollte.

Für mich persönlich ist ein duales Studium die beste Möglichkeit, seinen Wissenshorizont zu erweitern, jedoch dabei nicht den Praxisbezug zu verlieren. Das Projekt im Unternehmen gibt einem die Möglichkeit, neue Dinge auszuprobieren, sich selbst zu fordern und Erfahrungen zu sammeln. Erfahrungen, die man nicht durchs Inhalieren tausender Lehrbücher erhält. Daher kann ich euch nur empfehlen: Probiert es aus! Denn Probieren geht auch mit Studieren :-) .

PS: Aktuelle Stellenangebote findet ihr in unserer Jobsuche unter dem Stichwort “HfTL” oder “Steinbeis”.

Kommentare (2)

  1. Sebastian sagt:

    Klingt super!

  2. Christian sagt:

    Hört sich Klasse an. Hätte es das schon zu meiner Studienzeit gegeben, hätte ich mich sicherlich für ein Duales Studium entschieden, weil bei einem “normalen Universitätsstudium” einfach der Praxisanteil fehlt.
    Ich wünsch Dir weiterhin viel Spaß und Erfolg.

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