Deutsche Telekom und Annington – ein weiteres Leckerchen für den Datenhunger

Gerade neulich hatte ich im Zusammenhang mit Cloud Computing über den Datenhunger der Welt geschrieben, und dass man kontinuierlich investieren muss, um die wachsenden Datenmengen zu verarbeiten. Diese sind laut “Digital Universe” Studie [IDC] im Jahr 2011 weltweit auf 1,8 Zettabyte gestiegen. Das sind 1,8 Billionen Gigabyte (GB) und somit 260 GB Datenvolumen für jeden pro Jahr. Hinzu kommen die mobilen Internetnutzer, von denen es bis zum Jahr 2015 zwei Milliarden geben soll – doppelt so viele wie im Jahr 2010 [Roland Berger]. Damit der Datenhunger auch gestillt werden kann, wird weltweit investiert, jährlich 175 Milliarden US-Dollar, laut OECD.  Die Deutsche Telekom trägt viel dazu bei. Von 2010 bis 2012 haben wir allein in Deutschland zehn Millarden Euro investiert, um den Aufbau modernster Infrastruktur in Europa maßgeblich mit voranzutreiben. Dabei kooperieren wir mit Wettbewerbern und Partnern. Aus aktuellem Anlass dazu später mehr.

Erst noch mal ein kleiner Blick auf unseren Technologiemix, mit dem wir den Nutzern immer und überall ein verlässliches und gutes Netz bieten wollen. Nach UMTS haben wir in der Luft vor 2 Jahren angefangen das Mobilfunknetz mit LTE auszubauen – zunächst in ländlichen Regionen. Seit Sommer 2011 kommen Städte dazu. Köln war die erste und vor kurzem ist Frankfurt am Main hinzugekommen. Bis zu 100 Städte sollen noch folgen. Mit Hilfe der verschiedenen Technologien für die Luft konnten wir schon über 2.300 sogenannter weißer Flecken schließen. Zu Lande sprechen wir dann natürlich von DSL und VDSL. 22 Millionen Haushalte haben inzwischen Zugang zu DSL, 11 Millionen zu VDSL. In Kooperation mit Kommunen wird auch hier weiter ausgebaut.

Die nächste Geschwindigkeitsstufe haben wir mit Glasfaser gezündet, kurz FTTH (Fibre to the Home). Im Unterschied zu DSL, wofür Kupferleitungen genutzt werden, und VDSL, wofür Glasfaser bereits bis zum Verteilerkasten genutzt wird, geht bei FTTH die Glasfaser bis in die Wohnung des Kunden. Da können die Datenmengen noch besser durch die Leitung sausen. Wunschkonzert für alle, die datenhungrig sind. Doch flächendeckend nicht so einfach umzusetzen. Der FTTH-Ausbau ist ein teurer Tiefbau. Und wir brauchen die Zustimmung der Wohnungseigentümer die Glasfaserleitung bis in die Wohnung zu legen. Aber wir haben einen Plan: Zum einen haben wir im Jahr 2011 den Eigenausbau in zwölf Städten gestartet. Weitere Städte folgen dieses Jahr. Für die Investitionssicherheit sprechen wir dafür vorher mit Wohnungseigentümern und potentiellen Interessenten. Zum anderen setzen wir auf die oben angesprochenen Kooperationen. Während wir früher alleine für die Investitionen zuständig waren und Wettbewerber bei uns die Leistungen eingekauft haben, arbeiten wir nun gemeinsam am Ausbau. Gerade haben wir beispielsweise eine Kooperation in Chemnitz gestartet, bei der die Stadtwerke die Infrastruktur errichtet haben und wir das Netz betreiben. Das führt zu einer Win-Win-Win-Situation. Der Kunde kommt schneller an die Glasfaser, die Stadtwerke haben ein zusätzliches Angebot für ihre Kunden und wir müssen weniger in Vorleistung gehen.

Ganz aktuell gehen wir jetzt eine neue Art der Kooperation mit der Deutschen Annington Immobilien AG ein – die erste Kooperation in der Wohnungswirtschaft. Dadurch erhalten wir die Möglichkeit, 171.000 Haushalte ans Glasfasernetz anzubinden. Die Annington kann ihren Mietern dadurch Zugang zu modernster Infrastruktur bieten. Für die Internetnutzung stehen ihnen damit künftig völlig neue, hohe Geschwindigkeiten zur Verfügung, die die Nutzung von Cloud-Lösungen ermöglichen, sowie eine umfangreichere TV-Grundversorgung. Der Startschuss ist heute gefallen. Bis zum Jahr 2013 kommen in Nordrhein-Westfalen schon mal 42.000 Wohnungen der Annington ans neue Netz. Auch hier also eine Win-Win-Win-Situation. Die Mieter bekommen ein breiteres Internetangebot, die Deutsche Annington kann ihre Wohnungen aufwerten und wir kommen im Glaserfaserausbau voran. Ein weiteres Häppchen für den Datenhunger. Aus gegebenem Anlass fand dazu eine Pressekonferenz statt, bei der wir kurz mit unserem Vorstandsvorsitzenden René Obermann darüber gesprochen haben. Das Video dazu packen wir Euch noch hier ins Blog.

Update: Hier nun das Video mit Eindrücken von der Pressekonferenz, Infos zum Glasfaserausbau mit der Annington und Statements von unserem Vorstandvorsitzenden René Obermann und dem Vorstandsvorsitzenden der Annington, Wijnand Donkers.

Auch wenn wir sicherlich schon einen sehr großen Beitrag dazu leisten, den Datenhunger zu stillen, kommen wir besser voran, wenn wir das gemeinsam mit anderen tun. Also packen wir es an!

Kommentare (6)

  1. Michael sagt:

    Von wegen “Wunschkonzert für alle, die datenhungrig sind”:
    Es gibt immernoch genug HYTAS-Netze, wo ISDN das Maximale ist, was angeboten wird. Seit 1995 hat sich dort nichts geändert, obwohl die vorhandenen Glasfasern FTTH-typische Angebote unterstützen würden. Von “kontinuierlich investieren” ist hier seit dieser zeit nichts zu merken. Wer dann noch so ungünstig wohnt, dass auch LTE usw. nicht vernünftig nutzbar ist, bleibt weiter vollständig auf Schmalband beschränkt. Komisches “Wunschkonzert”…

  2. Pingback: Telekom will Glasfasernetz um 150.000 Anschlüsse jährlich erweitern - ComputerBase

  3. Pingback: Glasfaser in Bochum: Stadtwerke, Deutsche Telekom und Deutsche Annington buddeln tief im Westen » Pottblog

  4. Mario sagt:

    Die Telekom hast investiert, aber nur dort, wo es etwas zu verlieren gibt! – In Gebieten, wo man das Monopol hat, tut man rein gar nichts, sondern lässt alles Jahrzehnte lang so wie es ist. Seit der Entstehung unserer Siedlung (in einer Stadt!) 1995 hat niemand nur einen Cent investiert, obwohl es genug potentielle Kunden gibt. Denn es gibt bei uns 4 Hotspots einer Firma, die über Wlan Internet zur Verfügung stellt. Leider hatte ich mich schon bei LTE angemeldet, und bin jetzt 24 Monate gebunden.
    Dazu muss man sagen ein Hotspot wird erst ab 10 Interessenten angelegt, somit gehen bei uns ca. 40 Kunden über diese Verbindung ins Internet. Dazu kommt eine unbekannte Zahl von Kunden, die über Surfstick oder LTE ins Netzt geht. Dies bedeutet, der Telekom sind in einem Stadtgebiet ca. 50 bis 60 Kunden egal, weil sie keine Nachteile fürchten müssen, denn der Hotspotanbieter nutzt das Netzt der Telekom, und alle anderen haben keine Große Auswahl außer über LTE der Telekom.
    In Großstädten dagegen kann man sich unter einer Vielzahl von Providern entscheiden, wo man dann auch gut ausbaut, um keine Kunden oder Image zu verlieren.

  5. Andreas sagt:

    Habe gerade wegen der “Kooperation” mit der Dt. Annington gesprochen.
    Mir wird, wenn es so weit ist über die Nebenkostenabrechnung zwangsweise ein Fersehanschluß über das Netz der Telekom auf´s Auge gedrückt, den ich zahlen muss, egal ob ich ihn nutzen möchte oder nicht. Und der Witz ist, dass ich nicht mal mehr die Wahl habe bei meinem alten Anbieter zu bleiben, weil die Telekom einen Exklusivvertrag zur TV Belieferung der Annington Mieter hat. Ein schönes Zwangsmonopol, dass hier aufgebaut wird. Mal sehen was Mieterschutzbund und Anwälte dazu sagen.

  6. Now i am young man a brand new comer to the internet plus necessary to evaluation this kind of subject matter.

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