Video: Telekom zeigt neuen Nachrichten-Service RCS-e / Update: joyn

Als ich hier kürzlich über die medialen Grabgesänge auf die SMS schrieb, habe ich auch einen neuen Nachrichten-Service angesprochen, den wir gemeinsam mit anderen Telekommunikations-Unternehmen auf den Markt bringen wollen. RCS-e ist der technische Begriff für diesen Dienst, ausgeschrieben bedeutet das Rich Communication Suite enhanced. Eine Übersetzung spare ich mir mal, denn der Sinn ergibt sich aus dem, was der neue Dienst kann. Er ist so etwas wie die eierlegende Wollmilchsau unter den Messaging-Diensten: eine Kombination aus WhatsApp und FaceTime. Nur besser – um es mal gänzlich unbescheiden auszudrücken. RCS-e kann nämlich Textnachrichten und Dateien (also etwa Fotos und Videos) verschicken, und es kann während eines laufenden Telefonats eine Live-Videoverbindung zwischen den Teilnehmern aufbauen. Und das Ganze unabhängig vom Betriebssystem (iOS, Android oder Windows Phone) oder vom Netzbetreiber. Kleine Einschränkung: Der Netzbetreiber muss den Service natürlich anbieten. Aber allein hier in Deutschland sind außer der Telekom auch Vodafone und O2 mit von der Partie.

Olaf Hellmich, der bei der Telekom Deutschland für den neuen Dienst zuständig ist, stellt Euch RCS-e in unserem YouTube-Video vor. Bei dem Dreh ist mir eine Sache besonders aufgefallen: Häufig sind Alleskönner ja eher unhandlich in der Bedienung. Hier ist das anders. In der App kann man bequem navigieren, alle eingebauten Dienste lassen sich problemlos erreichen. Ingenieurstudium überflüssig. Das System zeigt dem Nutzer an, ob der gewünschte Kontakt online ist und ob er ein Videotelefonat führen kann. Letzteres beschränkt sich auf das UMTS-Netz.

Ab Sommer soll es RCS-e für Telekom-Kunden geben. Die App wird bei einigen neuen Smartphone-Modellen bereits installiert sein, für die anderen kann sie auf den jeweiligen Marktplätzen heruntergeladen werden.

Wo wir gerade beim Thema Smartphones sind: Immer mehr Menschen greifen beim Kauf eines neuen Handys zu einem Smartphone. Im vergangenen Jahr haben sich bereits zwei von drei Telekom-Kunden (62 Prozent), die ein Handy kauften, für ein Smartphone entschieden. In absoluten Zahlen heißt das: etwa 3,3 Millionen Smartphones haben wir 2011 verkauft. Dazu sagte mir Thomas Beimbauer, Leiter Endgerätemanagement bei der Telekom Deutschland: „Der Boom ist ungebrochen, 2011 hat unser Smartphone-Absatz in Deutschland um 19 Prozentpunkte zugelegt. Dabei setzt die Telekom auf einen Mix der Systeme. Die wichtigsten sind iOS von Apple, Googles Android und Windows Phone von Microsoft.“

Beste Voraussetzungen also für den neuen Messaging-Dienst.

Update: Heute hat die GSMA, die Industrievereinigung der internationalen Mobilfunkanbieter, auf dem Mobile World Congress (MWC) in Barcelona den Namen des neuen Dienstes vorgestellt: „joyn“. Die Nutzer müssen also nicht „rcs-en“ oder eine RCS-e schicken ;-)

Unser Chef René Obermann sagte dazu in Barcelona: „joyn wird eine neue Erfahrung multimedialer Kommunikation bringen, die über bekannte Textnachrichten, Sprache, Bilder und Videos hinaus geht. Dabei wird joyn besonders einfach zu nutzen sein. Kunden müssen sich zum Beispiel keine Gedanken mehr machen, welche ihrer Kontakte welchen Nachrichtenübermittlungsdienst nutzen und wer wie am besten zu erreichen ist. Wir werden erste Endgeräte im Sommer in Deutschland auf den Markt bringen. Über Software-Updates oder entsprechenden Apps können Bestandskunden ihr Smartphone für die Zukunft fit machen.“

Kommentare (47)

  1. Dirk sagt:

    Hallo,
    könnt Ihr mir mal bitte verraten was genau für RCS-e und gegen diverse Messenger und z.B. Skype spricht?
    Denn wenn dort die Preise genau so überteuert sind wie bei den SMS ist das jetzt schon zum scheitern verurteilt.
    Man hätte nicht anfangen sollen die Kunden mit den SMS/MMS abzuziehen. Dann hätten es auch Dienste wie Whatsapp viel schwerer gehabt, denn nicht jeder hat ja ein Smartphone.

  2. Pingback: Video: Telekom präsentiert SMS-Nachfolger – Der Newsburger

  3. iZerf sagt:

    Warum sollte ich diesen “neuen” Dienst verwenden, wenn ich auch iMessage, Whatsapp oder Skype etc. verwenden kann?

    Genau… Bastellt Ihr da an einem Rohrkrepierer ?

    • Niedermeyer sagt:

      Damit die Telekoms wieder mehr verdienen! Die haben nix zu verschenken und wollen eine Ersatzeinnahmequelle für SMS finden. Das Netz wird sich dagegen entscheiden, falls es Geld kostet.

  4. Pingback: RCS-e: WhatsApp-Killer der deutschen Mobilfunkanbieter in Aktion (Video) » mobiFlip.de

  5. Pingback: Telekom zeigt neuen Nachrichten-Service RCS-e

  6. wombaz sagt:

    Und welche Technologie steckt dahinter? Man kann ja nur auf Jabber/XMPP mit der Erweiterung Jingle für Videotelefonie hoffen, das auch bei anderen Anwendungen eingesetzt wird. Wird das ganze Open Source (was nicht bedeutet, das die Telekom nichts mit diesem Service verdienen kann)? Werden Nachrichten für den Endanwender etwas kosten? Ist schließlich Konkurrenz zu der verhältnismäßig teuer angebotenen SMS. :/

  7. Pingback: RSC-e kommt im Sommer in Deutschland | Appleunity

  8. Paul Neuhaus sagt:

    Liebe Telekom (und Kollegen),

    das sieht alles recht hübsch aus und hat Potential, sofern es sich Netzanbieterübergreifend zu einem Quasistandard entwickelt, der dann im Netz einfach vorhanden ist, wie bisher eben SMS, MMS, etc..
    Doch die Kernfrage, die hier mal wieder nicht angesprochen wird, ist: Muss ich bei diesem Dienst pro Nachricht/Übertragung bezahlen? Oder wird damit SMS und Konsorten auch endlich mal (nach Jahrzehnten mit Margen im vierstelligen Prozentbereich) ein IP-Dienst, der wie alles andere über den Datentarif abgewickelt wird (also inklusive ist).

    Denn wenn tatsächlich pro Nachricht abgerechnet werden sollte, solltet ihr euch vorher vielleicht noch mal überlegen, was der Grund für den Erfolg von Whatsapp, iMessage und Co. war und ist.

    Und wenn wir dann schon dabei sind und das ganze irgendwann mal technisch zuverlässig implementiert ist, wäre es Zeit auch die Sprachverbindungen voll zu integrieren, d.h. in IP zu überführen. Sprich ein Datentarif mit Flat oder fixem Volumen und alles andere ist IP.
    Schön wär’s doch.

    Also, tl;dr:
    Geht doch mal ein paar Meter tiefer ins Detail und erklärt uns die Rahmenbedingungen, nicht nur aus technischer, sondern auch aus produktpolitischer Sicht. Wir haben doch schließlich 2012, das Jahr der Transparenz.
    Dann klappt’s auch wieder mit dem Nachb… Kunden und Zufriedenheit und so.

    Danke, in Hoffnung, Paule

  9. Pingback: RCS-e: Telekom will WhatsApp, Skype und Co das Fürchten lernen » Data-Bla.de

  10. Pingback: RCS-e: Mobilfunkanbieter wollen zurück auf den Kurzmitteilungs-Thron (Video) - TML

  11. Jannis sagt:

    Wir kennen alle die Deutsche Telekom. Allein nur für die VideoChat-Funktion während eines Telefonats werden doch garantiert horrende Kosten fällig.

    Ich weiß gar nicht, wie lang die Liste derer Dienste ist, die besser sind:

    - WhatsApp
    - iMessage
    - PingerSMS
    - Facebook-Chat
    - ICQ
    - MSN
    - Skype-Messenger

    Achja und das Wichtigste: Das was Ihr hier versucht hat Samsung vor rund einem halben Jahr mit ChatOn auf den Markt gebracht.

  12. Ich finde die Idee an sich nicht schlecht, denn in Japan ist der SMS Dienst z.B. schon vor Jahren abgeschafft worden, weil die Leute da einfach verstanden haben, dass ne eMail wesentlich günstiger, bei mehr Text ist. (Datentarif ftw!)

    Die Frage die sich hier nun stellt, was soll der neue Dienst kosten? Darf er überhaupt etwas extra kosten? Meiner Meinung nach nicht, denn dann ist er jetzt schon eine Totgeburt.

  13. Andreas Kadelke Andreas Kadelke sagt:

    Ich versuch’s mal mit einer Sammelantwort. Zum Preismodell werden wir rechtzeitig etwas sagen. Es ist ja noch etwas Zeit, bis wir den Dienst im Sommer einführen. Und zum Dienst selber: Ja, natürlich gibt es schon andere Messenger. Aber RCS-e vereint deren Features in einem Dienst, und zwar unabhängig von Netzbetreiber oder Betriebssystem. Wenn das kein Vorteil ist…

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  15. Pingback: RCS-e: Telekom zeigt seinen neuen Whatsapp-Konkurrenten [Video] › Netbooknews - Mobile Computing Blog

  16. Rudi sagt:

    Wenn dein Pferd tot ist, steig ab!

    Was genau können Manager eigentlich an der alten Indianerweisheit nicht verstehen?

  17. Niedermeyer sagt:

    Tolle Antwort!
    Betreiberunabhängig und plattformübergreifend sind auch Skype, Whatsapp und Co.! Das ist doch kein Argument mehr. Auch die Vereinigung aller Dienste in einem Produkt wird von dengängigen Plattformen geleistet.

    Was wollen die User? Chat, Telefonie, Video & Foto mit allen Bekannten. Bei mir sind alle in Skype und Whatsapp mit Ausnahme derer, die ich auch mit SMS schon nicht erreichen konnte, da die keine Smartphone bzw. kein Verständnis für die Nutzung von SMS hatten.

    Letztere werden mit der komplizierteren Technik von RCS-e auch nicht arbeiten und der Rest wird nicht für Dinge bezahlen, die man vorher schon gratis hatte.

    Prognose: Rohrkrepierer

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  20. Pingback: Telekom stellt WhatsApp Konkurrenten vor

  21. Sven-Eric Matthes sagt:

    Hallo,

    wird RCS-e auch für Blackberry erscheinen?

    Lg

  22. Clemens sagt:

    Nur eine Frage:
    Wird RCSe auch im iPhone implementiert bzw. ist es das schon?

    Wenn Apple da nicht direkt dabei ist, dann … nuja
    If you don’t have an iPhone, you don’t have an iPhone.

  23. Frank sagt:

    Zitat:
    “Aber RCS-e vereint deren Features in einem Dienst, und zwar unabhängig von Netzbetreiber oder Betriebssystem. Wenn das kein Vorteil ist…”

    Richtig das ist kein Vorteil. Per Skype kann ich chatten, Videtelefonie _und_ Dateien versende. Per WhatsApp auch z.b. meinen Standort versenden.

    Und…. oh Wunder das funktioniert auch heute mit jedem Netzbetreiber der eine Datenoption anbietet.

    Whatsapp gibt es für alle gängigen Handy Plattformen sprich:
    Android, iOS, BlackBerry und Symbian.
    Skype funktioniert auf oben genannten und zusätzlich auch noch auf den gängigen Computer Betriebsystemen wie Windows, Linux & OSX.

    So und nun hätte ich nochmal gern _sinnvolle_ Argumente die für RCS-e sprechen welches auch noch zusätzliche Kosten verursachen soll.

    PS:
    damit auch ihr wisst worüber ich schreibe:
    http://www.whatsapp.com/
    http://www.skype.com/intl/de/home/

    ansonsten gidf.de – sollte sich evtl. auch eure Marketing & sowie die Entwicklungsabteilung ansehen.

  24. oschni sagt:

    Ähm, ja Danke. Wozu die gestellte Ehrlichkeit? Für die native Integration bei allen Mobile OS Herstellern. Die Anwender werden euch anders danken. Das habt ihr ca. 10 Jahre lang in eurem steifen System selbst verpennt.

  25. Richard sagt:

    Ein BKS-Produkt. Braucht Keine Sau. Und wenn ihr zur ‘Erfolgsverbesserung’ die anderen Dienste, die das schon seit langem leisten, per GAB oder per Technologie blocken solltet, wird euch die EU schon zeigen wo der Hase langhoppelt.

  26. Pineas Horn sagt:

    Zwar kaufen entscheiden sich 2/3 aller Kunden bei einem neuen Handy für ein Smartphone, aber was ist mit dem ungeheuren Potential an Handys, die nur Java-Apps unterstützen? Gibts da auch endlich etwas leistungsfähigeres als sms und mms?

  27. Pingback: Deutsche Telekom: Zu spät auf der falschen Rennbahn | Basic Thinking

  28. Pingback: Nachrichtendienst RCS-e startet im Sommer - 23.02.2012 - ComputerBase

  29. Lukzer sagt:

    Finde den Dienst echt eine gute Möglichkeit viele Smartphone auf einmal zu verknüpfen, jedoch traue ich dem Braten noch nicht ganz, werden hier vielleicht Nummern gesammelt?

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  37. Sandra sagt:

    Hallo,
    ein wichtiger Punkt ist Barrierefreiheit. Wie sieht es hiermit aus?
    Wurden bei den Tests auch Menschen mit Behinderungen mit einbezogen?

    Und wenn wir dann mal etwas über den Tellerand schauen: Wie sieht es mit Handys die nur SMS können und Computer/Lapotp/Netbook/Tablet aus? Gibt es hierfür auch Lösungen?

    Viele Grüße,
    Sandra

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  41. Markus sagt:

    Wie auch bei allen anderen Diensten, fehlt es hier noch an der Verbreitung. Obwohl ich kein Fan von WhatsApp bin, muss ich es sozusagen nutzen, da die meisten Bekannten und Freunde nur WhatsApp führen. Es reicht allem Anschein nicht, jeden Nutzer aufzuklären, warum man WhatsApp nicht nutzen sollte.

  42. Jens sagt:

    Netter Versuch, das SMS-Problem der Netzbetreiber über weitere Messangerdienste in den Griff bekommen zu wollen. Allerdings ist der Zug bereits abgefahren. Die Mobilfunkanbieter haben es schlicht an dieser Stelle einfach verpasst, rechtzeitig auf den Datentrend zu reagieren. Vor einigen Jahren hörte ich ständig … “ist nicht unser Kerngeschäft” Und das wird es heute auch nicht mehr.

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