Interkulturelle Herausforderungen meistern – Ein Jump in! in Malaysia

Arne Reis, Kathrin Hohn, Vicky Schumann und Stanislaw Schadrin (v.l.n.r.)

Arne Reis, Kathrin Hohn, Vicky Schumann und Stanislaw Schadrin (v.l.n.r.)

Wie ihr wisst, bin ich seit ein paar Wochen in Malaysia, um hier meinen Auslandsprojekteinsatz bei T-Systems Malaysia zu absolvieren. Als ich hier ankam, hatte ich das Glück von zwei sehr netten deutschen Kolleginnen/Kollegen begrüßt zu werden. Einer von Ihnen ist Stanislaw Schadrin (oben rechts im Foto zu sehen, in der Lobby von T-Systems Malaysia). Er ist Jump in! bei der Deutschen Telekom im Bereich – Strategisches Controlling.

Jump in! ist der Direkteinstieg der Deutschen Telekom für Hochschulabsolventen. Man nimmt am Konzerneinsteigerprogramm teil, erhält ein stetiges Coaching durch die Führungskraft, kann einen Projekteinsatz in einem Schnittstellenbereich (Jobrotation/ Jobvisiting) absolvieren und verfügt über ein individuelles Weiterbildungsbudget. Ähnlich wie bei Start up! sind die Jump in!s auch untereinander stark vernetzt. Stanislaw absolvierte innerhalb seines Direkteinstiegs Jump in! einen viermonatigen Projekteinsatz in der Finanzabteilung von T-Systems Malaysia. Am 7.Oktober 2011 ging sein Flieger zurück in die Heimat. Vorher aber hatte ich noch die Gelegenheit mit ihm über seine Zeit in Malaysia zu sprechen.

Stanislaw, wie kamst du darauf nach Malaysia zu gehen um bei T-Systems Malaysia (TSMY) zu arbeiten?

Ich war bereits vor einiger Zeit privat in Malaysia. Schon damals hat mich das Land und seine kulturelle und religiöse Vielfalt fasziniert. Des Weiteren haben bereits drei gute Kolleginnen/Kollegen von mir ein Praktikum bei T-Systems Malaysia absolviert. Das hat mich für einen Projekteinsatz bei T-Systems Malaysia begeistert. Dieses Land hat wirklich in jeder Hinsicht seine Reize.

Was genau hast du hier gemacht? Hattest du ein eigenes Projekt für diese Zeit?

Ich war im Finanz- und Controllingteam der T-Systems Malaysia beschäftigt. Als Assistent des Geschäftsführers und des Vice President Finance und Controlling, war ich vor allem für den monatlichen Report des Standortes in die Point of Production Zentrale nach Deutschland verantwortlich. Dieser enthielt neben finanziellen auch personal- und produktivitätsrelevante Kennzahlen. Des Weiteren war ich verantwortlich für die Standortpräsentation der T-Systems Malaysia, welche Anfang August dem T-Systems CEO Reinhard Clemens sowie zwei weiteren Board Members der T-Systems vorgestellt wurden.

Zusätzlich habe ich das Finance- und Controllingteam beim monatlichen Reporting und Monitoring sowie bei Audit- und Compliancethemen unterstützt.

Fiel es dir schwer dich an die andere Kultur, die Menschen und ihre Art zu Arbeiten zu gewöhnen? Was waren die größten Herausforderungen für dich?

Durch meinen multikulturellen Background, die interkulturellen Trainings im Vorfeld sowie zahlreiche private Reisen nach Asien hatte ich persönlich wenig Probleme mich an die Kultur und die Menschen hier zu gewöhnen. Ich hatte keinen Kulturschock oder so etwas. Im Hinblick auf das Arbeitsleben waren die Herausforderungen schon ein wenig präsenter. Bereits im Vorfeld war mir bewusst, dass sich die asiatische Arbeitsweise deutlich von der deutschen unterscheidet. Die Herausforderung liegt, wie bereits erwähnt, darin, dass drei ethnische Hauptgruppen das Arbeitsleben prägen – Chinesen, Inder und Malaien und je nach dem, mit wem man gerade zu tun hat, muss man anders agieren und reagieren.

So lässt sich bspw. feststellen, dass ein „Ja” nicht immer auch „Ja” bedeutet. Ein kurzes Resümee nach einem Meeting zur Klärung des Rollenverständnisses und der Aufgabe ist daher durchaus von Vorteil. Weiterhin ist auffällig, dass die Mitarbeiter/innen einen sehr hohen Respekt vor ihrer/m Vorgesetzten haben. Eine selbstständige und eigenverantwortliche Arbeitsweise, wie es in Deutschland erwünscht ist , ist in Malaysia – kulturell bedingt – hingegen eher selten anzutreffen.

Wie ist dein Fazit nach vier Monaten Projekteinsatz bei T-Systems Malaysia?

Der Einsatz in Malaysia hat mich sowohl beruflich als auch persönlich weitergebracht. Auslandserfahrungen sind immer eine tolle Sache, aber gerade Asien bzw. Malaysia war besonders, da es sich von der westlichen Kultur sehr unterscheidet. Zu Beginn brauchte ich einige Zeit, um in ungewohnten Situationen nicht “Deutsch” zu agieren, sondern zu schauen, wie es bei meinem Gegenüber aufgenommen wird, und sich dann ggf. anzupassen. Dieses Empathievermögen zu entwickeln, war bei der Vielzahl an unterschiedlichen ethnischen Gruppen eine große Herausforderung.

Was nimmst du mit nach Deutschland, um es vielleicht auch in deinem Arbeitsalltag zu integrieren?

Ich nehme auf jeden Fall mit, dass man gerade in asiatischen Ländern und Kulturen keinen Erfolg hat, wenn man strikt seiner deutschen Arbeitsweise folgt. Bei einigen Dingen würde man als Deutscher hier den Kopf schütteln, weil man es einfach in dieser Weise nicht gewohnt ist. Wenn man jedoch die Menschen in ihrer Kultur versteht, dann fällt es einem wesentlich leichter Dinge nachzuvollziehen. Ich habe versucht mich nicht zu verstellen, sondern offen und ehrlich mit den Kolleginnen/Kollegen zunächst ein gutes Verhältnis aufzubauen. Wenn man sich persönlich gut verstanden hat, so hat die Zusammenarbeit gleich viel besser funktioniert. Das Empathievermögen werde ich definitiv mitnehmen, denn auch die deutsche Kultur kann durchaus unterschiedlich sein. Menschen sind eben unterschiedlich und durch einen bewussten Perspektivwechsel kann man viele Probleme vermeiden.

Wenn du jetzt zurück nach Bonn in die Zentrale kommst, wie geht es dann für dich weiter?

Ich werde dann wieder in meine frühere Abteilung zurückkehren und freue mich natürlich auch schon darauf, meine Kolleginnen/Kollegen wiederzusehen und ihnen von meinen neuen Erfahrungen hier bei T-Systems Malaysia zu erzählen.

Na dann wünsch ich dir viel Spaß dabei und eine gute Reise nach Hause.

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