Amtlich: Telekom hat Wettbewerber nicht behindert

Foto: The.Comedian flickr.com

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Im Wettbewerb zwischen den Konkurrenten und uns wird zweifellos mit harten Bandagen gekämpft. Im deutschen DSL-Markt wird das Neukundenpotenzial kleiner und die Preise fallen – da hat keiner etwas zu verschenken. Heikel ist die Situation, weil unsere Konkurrenten immer auch unsere Kunden sind: Vodafone, Telefonica und Co. beziehen Vorleistungen von der Deutschen Telekom. Wenn bei der Bereitstellung von Anschlüssen für Kunden etwas schief läuft, wird von Wettbewerbern gerne behauptet, die Telekom wolle sie behindern . So hatte Vodafone im Oktober 2009 ein Verfahren wegen “missbräuchlichen Verhaltens” gegen uns bei der Bundesnetzagentur angestrengt. Grund waren Probleme bei der Einführung der neuen IT-Plattform WITA (Wholesale IT-Architektur). Jetzt hat die Bundesnetzagentur das Verfahren eingestellt. Auch nach fast zwei Jahren Recherche konnte die Behörde kein missbräuchliches Verhalten feststellen.

Mittlerweile hat  sich die Lage für die Telekom auch im Vorleistungsmarkt deutlich geändert: Nicht nur im Endkundenmarkt, sondern auch bei Vorleistungen stehen wir im Wettbewerb mit anderen Unternehmen. Unser Marktanteil in diesem Geschäft liegt bei rund 50 Prozent. Mit behinderndem Verhalten würden wir unsere Kunden – in diesem Fall andere Anbieter – direkt zur Konkurrenz treiben.

Es stimmt, dass die Einführung der neuen IT-Plattform anfangs Schwierigkeiten bereitete – so wie wohl jedes große IT-Projekt. Teilweise hat die Plattform aber auch erst aufgedeckt, welche anderen Prozessprobleme es gab. Dazu haben wir Lösungen mit unseren Wettbewerbern gefunden. Und wir arbeiten weiter mit ihnen zusammen, um die Prozesse zu verbessern. Prozessverbesserungen sind das wichtigste Ziel des neuen Systems WITA. Damit etablieren wir eine komplett neue IT-Plattform, die die Arbeitsprozesse vereinheitlicht, vereinfacht und stärker automatisiert. Fehler werden dadurch minimiert, die Wechselprozesse zwischen Anbietern besser unterstützt und die Wettbewerber erhalten jederzeit aktuelle Informationen über den Status ihrer Aufträge.

Die Entwicklung von WITA ist eines der größten laufenden IT-Projekte in Europa. Die Einführung startete im Oktober 2009 – zeitweise waren mehr als 1.000 IT-Spezialisten im Einsatz. Die Migration der DSL-Produkte auf diese Plattform wurde 2010 abgeschlossen; ihre Buchung läuft inzwischen reibungslos. Derzeit werden die Daten für die Teilnehmeranschlussleitungen (TAL genannt, laienhaft gesagt, die letzten paar hundert Meter bis zur Dose in deiner Wohnung) – dem wichtigsten Vorleistungsprodukt – in das neue System übertragen. Diese Umstellung erfolgt später als ursprünglich geplant – übrigens auf Wunsch der Wettbewerber.

Es ist gut so, dass Konkurrenten hart um ihre Kunden kämpfen: Dadurch entstehen bessere Produkte und günstigere Preise für Verbraucher. Im Wettbewerb sollte es aber dennoch auf allen Seiten fair zugehen. Und das schließt Unterstellungen wie die der absichtlichen Wettbewerbsbehinderung aus. Fehlerfrei ist sicherlich auch bei den Wettbewerbern noch kein großes IT-Projekt gewesen.

Kommentare (2)

  1. Michael sagt:

    Wie wär’s denn mit Testen? Manchmal entsteht der Eindruck wir wären bei Software und IT-Projektplanung und -Umsetzung noch in der Steinzeit.

  2. Leser sagt:

    Stichwort WITA:
    Wenn die Deutsche Telekom es auch Jahre nach Einführung nicht schafft, eine Software bereitzustellen, die eine umfassende und problemlose Abwicklung von Geschäftsvorfällen ermöglicht, dann ist entweder die Deutsche Telekom oder die auftragnehmenden Softwarefirmen als inkompetent zu bezeichnen.

    Ich habe selbst die Beschränkungen dieser Software erlebt und kann dies nur als willkürliche Behinderung der Wettbewerber oder als sagenhafte Inkompetenz bezeichnen. Ersteres wurde von der Bundesnetzagentur ja verneint. Na dann bleibt ja noch die zweite Möglichkeit.

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