Wie hätten wir’s denn gern im Jahr 2020?

Putzen die Facebook-Freunde besser? Bild: proDente

Ich bin heute bei Spiegel Online über einen interessanten Beitrag gestolpert. „Wie wir 2020 leben werden“ heißt  er und Autor Stefan Schultz nennt ihn eine Utopie über eine neue Konsum-Ära. Schultz entwirft ein spannendes Bild darüber, wie wir in Zukunft konsumieren werden – und wie wir in den Konsum getrieben werden.

So manche Vorstellung, die er da entwickelt, finde ich ja ehrlich gesagt eher erschreckend. Ich könnte mir zum Beispiel ganz gut vorstellen, morgens meine Zähne zu putzen, auch ohne dass mir mein Badezimmerspiegel sagt, wie lange meine Facebook-Freunde im Schnitt putzen. Und dass es heute 60 Prozent Rabatt auf eine Zahnreinigung gibt.

Andere Visionen, die Schultz anspricht, sind gar nicht mehr so weit weg und, wie ich finde, auch gar nicht so erschreckend. Zum Beispiel das Bezahlen per Handy ist in vielen Ländern bereits heute Realität. Bei uns wird es kommen, und es wird sich sicher auch durchsetzen. Luisa hatte dazu ja bereits vom Mobile World Congress aus Barcelona berichtet. Ist ja schließlich auch eine komfortable Sache, wenn man nicht mehr zig Karten mit sich rumschleppen muss, sondern einfach nur das Handy an der Kasse vorbeizieht. Oder am Fahrkartenschalter (die Bahn nennt das passende System Touchpoint).

Wenn wir uns mal einen Moment vom Thema Konsum entfernen, bietet die technologische Entwicklung noch eine ganze Menge anderer Perspektiven, die uns das Leben angenehmer machen können. Ich denke da etwa an den Bereich Gesundheit. Patienten mit chronischen Krankheiten können zum Beispiel vom Arzt besser überwacht werden, ohne ihre Wohnung verlassen zu müssen. Oder Notrufteppiche alarmieren den Notarzt, wenn ältere Menschen stürzen.

Ein anderer Bereich des täglichen Lebens, in dem sich unser Leben sicher verändern wird, ist das Auto. Schon jetzt sind zahlreiche Initiativen unterwegs, das Internet ins Auto zu bringen. Aber da ist noch viel Entwicklungspotenzial drin. Vielleicht könnte man ja mal eine App entwickeln, die mir eine aktuelle Warnung meiner Facebook-Freunde vorliest, die gerade am Heumarer Dreieck im Stau stehen. Empfehlungskultur mal konsequent weiter gedacht.

Luisa wünscht sich eher eine Information von ihrem Navi, dass zwei Ihrer Facebook-Freunde gerade zufällig ein paar Kilometer hinter ihr fahren. Denen will sie dann  per Instant Message aus dem Auto vorschlagen, sich in der nächsten Raststätte auf einen Latte Macchiato zu treffen.

Aus aktuellem Anlass fände ich persönlich ein System ganz gut, das verhindert, dass mir der Hintermann hinten drauf fährt. Aber das lässt sich ja vielleicht auch ohne Internet lösen.

Und was glaubt Ihr: Wie wird das Internet im Jahr 2020 unser Leben verändern? Sagt uns der Schuhladen, an dem wir vorbeigehen, dass noch genau ein paar Hochhackige in Größe 39, mittelbraun, auf Lager sind? Bestellt das Auto schon mal einen Satz neuer Sommerreifen in der Werkstatt, wenn es in zwei Wochen sowieso in die Inspektion muss? Können wir online die Katze rauslassen, wenn wir am Morgen vergessen haben die Katzenklappe zu entriegeln? Rumspinnen erlaubt.

Kommentare (1)

  1. Michael sagt:

    Wenn nicht umgedacht wird, haben wir auch 2020 immer noch das Problem, dass wir selbst auf der Bundesstraße mit Funklöchern zu kämpfen haben, dass Ärzte nicht auf dem Land arbeiten können, weil es keine zeitgemäße Breitbandverbindung gibt und dass uns die Werbung etwas verspricht, was dann stellenweise nicht mal ansatzweise einhalten wird. Die digitale Spaltung wird es dann wohl immer noch geben, ggf. nur Bandbreitenmäßig etwas verschoben.
    Vielleicht kann man dann mit manchen Autos gar nicht mehr auf das Dorf fahren, weil diese Autos ohne Breitband nicht mehr wie gewohnt funktionieren.

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